„Where the focus goes, energy flows“ – Wie du den Motivationsmythos überwindest und endlich ins Tun kommst

Ich sehe aktuell viele Posts von fröhlichen Familienausflügen, Strandspaziergängen und Grillfeiern und gebe zu: Ich liebe diese Sommeratmosphäre (wenn auch gerne ohne die Hitze-Rekorde), denn sie vermittelt mir das Gefühl von Harmonie und Entspannung. Ich lasse mich hierbei gerne in die nostalgische Welt meiner Kindheitserinnerungen zurückführen, genieße jede Eissünde, die ich finden kann und freue mich, wenn ich mit Lieblingsmenschen um mich herum, entspannt durch den Park flaniere und wir einander das wertvollste schenken, das wir haben: Unsere Zeit.

Einen solchen Parkspaziergang hatte ich letzte Woche mit meiner besten Freundin. Wir kennen uns seit 20 Jahren und doch entdecken wir stets neue Facetten aneinander, vor allem dann, wenn sich unser Leben verändert. Für sie begann eine solche (neue) Veränderungsphase mit dem Bau ihres Hauses und der Geburt ihrer Tochter, für mich mit dem Umzug nach Köln (nach 25 Jahren wieder zurück in meiner Traumstadt!) und der Gründung meiner beiden Unternehmen.

Als wir im Schatten der Bäume unseren Weg fortführen und die leichte Sommerbrise genießen, plätschert unser Gespräch vor sich hin und ich gebe zu, dass mir erst nach ca. 15 Minuten aufgefallen ist, wie bedröppelt sie mich dabei angesehen hat, während ich gerade in meiner Erzählung völlig unbesonnen aufgegangen bin. Nachdem ich nachgefragt habe, ob etwas nicht stimmt, antwortete sie nur: „Ich bewundere es, dass du die Kraft und Motivation hast, auch in deiner Freizeit zu arbeiten und dich in neue Projekte zu stürzen. Ich wünschte, ich würde das nach der Arbeit (und anschließender Care-Arbeit) ebenfalls schaffen.“

Was klingt wie eine Szene aus einem Selbstfindungsroman, ist tatsächlich ein Gespräch, welches wir nicht zum ersten Mal geführt haben, denn gleiches sagte sie mir bereits in anderen Phasen meines Lebens. Ihre Worte ließen mich mal wieder nicht los, denn ich glaube, dass im Hinblick auf „Motivation“ und „Erfolg“ einige Missverständnisse vorliegen, denen ich mich im Folgenden gerne widmen möchte.

Ich meine, mal ehrlich, wie oft hast du schon gedacht: „Ich muss nur motiviert genug sein, dann starte ich!“?

Die Konsequenz bilden oft „Vermeidungsstrategien“ die wir uns selbst auferlegen, um mit der unliebsamen Aufgabe bloß nicht anfangen zu müssen.

Ein paar Beispiele gefällig?

  • „Wenn ich den Laptop (der Marke XY) habe, wird mir das Schreiben viel leichter fallen. Dann fange ich mit meinem Buch, meinem Projekt, meiner Präsentation, etc. an.“
  • „Wenn ich die richtige Kleidung und ein paar freie Tage habe, kann ich endlich Zeit finden, um mehr Sport zu treiben.“
  • „Wenn die Kinder aus dem Haus sind, finde ich endlich Zeit, um die Dinge zu tun (Reisen, Fortbildungen, berufliche Karriere (was auch immer das für einen bedeutet), etc.), die mir wichtig sind.“

Motivation ist ein Sprint

Doch die Wahrheit ist: „Erfolgreiche“ Gründerinnen, Fachfrauen und Role Models verlassen sich nicht auf spontane Motivation und den richtigen Moment, um loszulegen, da sie wissen, dass es diesen nicht gibt – sie setzen stattdessen auf Disziplin und Beständigkeit, klare Routinen sowie eine starke innere Haltung – Klingt einfach? Ist es natürlich nicht.

Motivation ist ein Sprint und kein Marathon. Ja, du liest richtig – der Satz gilt hierbei genau entgegengesetzt zu dem, was man über das Leben sagt, denn Motivation aufrechtzuerhalten und den Flow-Moment zu bewirken, ist dauerhaft nicht möglich. Stattdessen ist der Fokus auf tägliche Routinen und beständige, wenn auch sich wiederholende Aufgaben, ein wirksameres Mittel, um letztlich ans Ziel zu kommen. 

Meine beste Freundin könnte also eher über mich sagen: „Mensch, bist du gut darin, Aufgaben einfach abzuarbeiten, unabhängig von Gefühl, Befindlichkeit und Tageszeit.“ Und diese Beschreibung würde viel besser erklären, warum wir manchmal Aufgaben zu Ende bringen, obwohl wir absolut unmotiviert sind und gerne alles andere lieber machen würden.

Ob es dieser eine unaufgeräumte Raum im Haus, das unerledigte Projekt, der unliebsame Pflichtanruf oder die Organisation einer baldigen Feier ist. Wer sich motiviert fühlen möchte, muss der Motivation manchmal einen kleinen Stupser“ geben und vielleicht gefällt dir ja der ein oder andere Tipp, der zwar nicht von einer Motivations-Expertin, dafür aber von einer „Abarbeitungs-Queen“ stammt:

Du fühlst dich nicht bereit? – Mach es trotzdem!

Bild: Getty Images – unsplash

Die diszipliniertesten Frauen, die ich kenne, sind dir und mir viel ähnlicher als du glaubst und du kannst sicher sein, sie hassen es manchmal genauso wie du: E-Mails beantworten, Steuern erledigen, Social Media Beiträge verfassen (ich meine, liest die wirklich jemand bis zum Ende durch?!) – Doch sie tun es trotzdem und schaffen hierdurch den Unterschied. 

Denk daran: „Ich habe keine Lust“ – ist die Killer-Phrase jeder Vision. Wenn du es nicht machst, wer dann? Richtig, niemand. Keiner wird die Sprache lernen, das Instrument üben, den Umzug planen oder die Fortbildung absolvieren – Dein Leben, deine Verantwortung. Du bist nicht “nur” deine Gefühle, d.h. wenn du keine Lust oder sogar Angst vor dem Berg an Aufgaben hast, ist es manchmal wie vom Dreimeterbrett springen: Nicht nach unten schauen (oder auf die To-Dos), einfach abspringen (also loslegen).

Starte mit einer einzigen Aktion

Kein 5-Jahresplan, kein 10-Punkte-Programm. Nur ein Mini-Schritt.

Du willst dein eigenes Business starten, die Branche wechseln oder eine neue Sprache lernen? Schicke heute die eine Mail raus, schreibe dich für das interne Mentoringprogramm ein oder buche dir eine Trainingsstunde mit einem/einer Trainer/-in. Es ist wie ein Dominoeffekt: Wirfst du einen Stein um, fallen sie alle, denn – Where the focus goes, energy flows.

Neid ist ein Energievampir – Inspiration ein Antreiber

Ich werde nicht müde zu sagen, dass es um einiges leichter ist, die Nr. 2 zu sein, denn aus dieser Position heraus ist es schlicht einfacher, sich zu verbessern und zu lernen. Bist du hingegen stets bemüht, die Beste zu werden, dann schaust du jedes Mal mit einem ängstlichen Blick um dich, die Konkurrenz stets vor Augen, die dir jederzeit deinen Platz streitig machen könnte. 

Entspann dich, es wird immer jemanden geben, der/die besser, schneller, schöner oder schlauer ist – bleib bei dir und orientier dich lieber an Menschen mit einer guten Werthaltung, einer spannenden Vision und einer Persönlichkeit, die dich inspiriert und dir Energie gibt, anstatt dich ständig im Mangel zurückzulassen.

Dein Umfeld und dein (konsumierter) Content bestimmen, was du für normal hältst.

Wenn du deinen Fokus täglich auf Inhalte lenkst, die destruktiv und negativ sind, wirst du besonders gut darin, dein Gehirn zu schulen, genau nach diesen Inhalten Ausschau zu halten. Die Konsequenz: Nicht nur ein negatives Weltbild, sondern ein Gefühl der Ohnmacht.

Fülle deinen Feed stattdessen mit Menschen, die mutig sind und die ihr Ding durchziehen, und zwar entgegen jeglichen Widerstandes. Lass dich durch ihre Beiträge täglich daran erinnern, wie groß du denken kannst und welche Möglichkeiten deine Arbeit auch für andere schafft. 

Nutze die Kraft von Routinen

Die meisten Menschen haben eines gemeinsam: Sie LIEBEN Routinen, denn sie gewähren uns Sicherheit, strengen wenig an und geben uns zielgerichtet die Möglichkeit, auch ab und an aus ihnen auszubrechen, ohne gleich unsere „Wohlfühlzone“ für immer zu verlassen. 

Feste Aufstehzeiten, Social-Media-Slots, um Doomscrolling zu vermeiden oder die berühmte Pomodoro-Technik, um fokussiert an einer Sache zu arbeiten. Es gibt viele Tipps und Tricks, wie wir es schaffen, dem Bedürfnis unseres Gehirns entgegenzukommen, mit möglichst wenig Energieaufwand vieles zu schaffen. 

Führe dir kurz deine Routinen vor Augen – Frühstückst du vielleicht immer das Gleiche? Putzt du deine Zähne beim Duschen oder trinkst du erst einen Tee/Kaffee, bevor der Tag für dich offiziell losgehen darf? Nutze die Gelegenheit, eine weitere Routine einzubauen, die ein Thema bearbeitet, welches dir wichtig ist. Du möchtest beispielsweise mehr Bewegung in deinen Alltag einladen, bist aber zu müde, um dich abends ins Gym zu schleppen? Denk an Punkt Nr. 2 (Starte mit einer einzigen Aktion) und halte die Routine so mühelos wie möglich, heißt: 10 Minuten Spazieren Gehen, das aber jeden Tag! – Ich kann dir versprechen, diese Routine ist viel wirkmächtiger, als alle 3 Wochen eine Stunde im Fitnessstudio zu schwitzen.

Fazit: Du musst nicht auf die Motivation warten – Starte jetzt!

Bild: Mika Baumeister – unsplash

Letztlich ist es recht simpel: Kein teurer Laptop, keine magischen Motivationstricks, keine stille Minute, in welcher dich die Inspiration plötzlich überfällt, werden für dich die Dinge anstoßen, die du dir wünschst. Nur du kannst das tun, mit dem einen kleinen, ersten Schritt.

Dinge erfolgreich umzusetzen, heißt nicht, dass du dich ständig motiviert dabei fühlen sollst. Es bedeutet vielmehr, dass du dich selbst beim Wort nimmst und zwar jeden Tag. Fang klein an, bleib dran, feier jeden Fortschritt und schau dabei ruhig auch mal stolz zurück – denn jeder Mini-Schritt heute ist der Beweis, dass du Verantwortung für dein Leben von Morgen übernimmst.

Und falls du heute noch einen Grund gebraucht hast, um loszulegen – hier ist er: 

Du hast alles in dir, was du brauchst und dies ist der laute Startschuss deines nächsten Sprints.

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