Raus aus dem Mindfuck – Befreien Sie sich aus dem Spiel der Selbstsabotage

Jeder von uns würde vermutlich sagen, dass unsere Erfahrungen uns prägen und das jede von ihnen wichtig war, damit wir daraus lernen und uns weiterentwickeln können.

Manchmal gibt es da jedoch die eine private oder berufliche Entscheidung, die wir getroffen haben, deren Ausgang wir zwar akzeptieren, mit der wir jedoch auch nach Jahren noch hadern. Genau hier beginnt die Selbstsabotage.

Diese Entscheidung lässt uns einfach nicht los und durch unser Bedauern und unsere Grübelei sabotieren wir uns unwillkürlich selbst und halten die Vergangenheit dadurch am Leben.

Doch wie können wir mit scheinbar „schlechten“ Entscheidungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit umgehen, sodass uns diese nicht dauerhaft davon abhalten, zukünftig Risiken einzugehen?

Die gute Nachricht ist: Unsere Gedanken spiegeln nicht die Realität wider.

Hierzu muss ich noch ein wenig ausholen.

Wir denken aufgrund unserer natürlichen menschlichen Entwicklung kontrafaktisch.

Dies bedeutet, wir gehen für Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben, automatisch unzählige Alternativen durch. Grundsätzlich ist dies eine wundervolle Eigenschaft. So lernen wir aus vergangenen Fehlern und können zukünftig, auf Grundlage dieser Erfahrung, bessere Entscheidungen treffen.

Vor- und Nachteile der kontrafaktischen Denkweise

Wenn wir beispielsweise in der Vergangenheit im Englischunterricht nicht jederzeit geistig anwesend waren, diese Sprachfähigkeit nun jedoch im beruflichen Kontext benötigen, so können wir auf unsere erlebten Lernerfahrungen zurückgreifen. Wir wissen welcher Teil (Grammatik, Sprache, Schrift etc.) uns vielleicht leichter gefallen ist und welche Störfaktoren uns vom Lernen abgehalten haben. So spielen wir unzählige (nicht eingetretene) Möglichkeiten aus der Vergangenheit durch und erfahren dadurch, wie uns das Erlernen der englischen Sprache zukünftig besser gelingen kann.

Leider hat das Spiel des kontrafaktischen Denkens jedoch auch einen entscheidenden Nachteil: Es verführt zum „Zerdenken“ von Prozessen und in diesem Bereich sind wir Frauen wahre Champions.

Hier geht es nicht um einzelne Ereignisse oder kleinere Gegebenheiten, die uns alternative Szenarien erspinnen lassen. Hier werden sich Grundsatzfragen gestellt, die jedoch keinen wertvollen Nutzen für die Gegenwart oder Zukunft haben.

  • „Warum habe ich diesen Mann geheiratet?“
  • „Wieso habe ich das Jobangebot vor 15 Jahren nicht angenommen?“
  • „Warum habe ich mich nicht für ein Studium der Ingenieurswissenschaften entschieden?“
  • „Weshalb habe ich nicht erst die Ausbildung beendet, bevor ich meinen Kinderwunsch erfüllt habe?“

Dies sind nur einige Beispiele für Fragen, die letztlich keine nützliche Antwort liefern können. Die Gefahr besteht hierbei darin, sich in seinen eigenen Gedanken zu „verfangen“. Dies kann nicht nur zu einer inneren Lähmung, sondern schlimmstenfalls auch zu einer Depression führen, weil man sich plötzlich hilflos, ausgeliefert und in seinem jetzigen Leben als Gefangene der eigenen Umstände betrachtet.

Dieser Zustand bringt mit sich, dass wir uns in unserer geistigen Autonomie untergraben fühlen, was wiederum zur Schwächung unserer Selbstwirksamkeit führt.

Wie können wir die Selbstsabotage stoppen?

Kommen wir an diesem Punkt zurück zu meiner Eingangsfrage:

Wie“ überlisten“ wir unsere Gedanken, um auch zukünftig mutig voranzuschreiten und kleine sowie große Risiken eingehen zu können?

Aus dem zuvor beschriebenen Zustand der inneren Zersplitterung findet man oftmals durch Formen der Achtsamkeit (z.B. in Form von Meditation), einem Perspektivwechsel und professionelle Unterstützung einen Weg heraus.

Meditation:

Es wichtig, dass sogenannte „mind wandering“ (Gedankenwandern) anzunehmen und achtsam zu beobachten. Anstatt also negative Szenarien zu unterdrücken, lässt man sie durch die geistigen Tore schreiten, betrachtet sie aus einer distanzierten Perspektive heraus und verabschiedet sie wieder. So lernt man den im Buddhismus als „Affengeist“ bezeichneten Zustand der inneren Unruhe besser zu akzeptieren und kommt aus der gedanklichen Spirale ruhig und besonnen heraus. Das damit verbundene „Detachement“ oder auch gedankliches Abschalten gelingt bei stetiger Übung immer besser und führt dazu, dass selbst Störgeräusche in den Hintergrund treten und die Konzentration gesteigert wird.

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Perspektivwechsel:

Der Perspektivwechsel ist der wichtigste Indikator. Indem wir lernen, von unseren eigenen Gedanken zurückzutreten, entdecken wir plötzlich andere Facetten, die uns zuvor nicht aufgefallen sind.

Nicht anders geht man im Coachingprozess vor. Die Selbstdistanzierung (Self-Distancing) ist hier also eine gezielte Möglichkeit, (inneren) Konflikten souveräner zu begegnen.

In diesem Prozess erkennt man mit der Zeit, dass Gedanken eben das sind, was sie sind: Gedanken und nichts weiter. Unsere Realität kreieren wir daraus selbst.

Nicht umsonst heißt es:

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall Recht behalten.

Henry Ford

Ein Perspektivwechsel hilft zusätzlich dabei, die eigenen Gedanken zu erkennen, zu beschreiben und letztlich zu entlarven. Dahinter verbergen sich oft Gefühle (z.B. Angst, Wut, Trauer etc.), mit denen wir regelmäßig konfrontiert werden und mit denen wir uns souverän umzugehen wünschen (Stichwort: Resilienz).

Professionelle Unterstützung:

Nun hatte ich eingangs beschrieben, dass der Mensch kontrafaktisch denkt und dass er ebenfalls dazu neigt, dies nicht immer zu seinem Vorteil zu nutzen.

Wenn Mediation und das Einnehmen verschiedenster Perspektiven keine positive Resonanz erzeugen und man sich in seiner Gedankenwelt stetig in einem Zweikampf mit dem eigenen inneren Kritik befindet, so kann ein Coaching eine gute Lösungsmöglichkeit bieten.

Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der unser Weg zwangsläufig determiniert (vorherbestimmt) ist. Wir sind stetig auf der Suche nach unserem Platz in der Welt. Haben wir ihn gefunden, so bemerken wir manchmal, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben und wir sind erneut dazu aufgefordert zu entscheiden, wie wir unser Leben gestalten möchten.

In solchen inneren, wenn nicht gar existenziellen Krisen, in denen wir uns dem Leben ausgeliefert fühlen, aufgrund der unzähligen Möglichkeiten verwirrt sind und selbst bemerken, dass unsere bisherigen Lösungsstrategien nicht greifen, kann ein Coaching Klarheit schaffen.

Anders als die Menschen unseres Vertrauens ist ein Coach unbefangen. Die Entscheidung des/der Klienten/Klientin hat weder auf ihn, noch auf sein Leben einen Einfluss. Entsprechend ist es nicht immer ratsam, innerhalb der Familie oder im Bekanntenkreis einen Rat einzuholen, denn dieser wird stets auf Grundlage der eigenen Werte und Überzeugungen erteilt und ist deshalb auch nicht immer selbstlos. Ein Coach arbeitet unabhängig von beidem. Ihn interessiert nur, wie nahe seine Klienten ihrem Ziel gekommen sind und welches Gefühl sie mit diesem verbinden.

Damit umgehen wir die negativen Konsequenzen des kontrafaktischen Denkens, erkennen Glaubenssätze, die unseren eigenen Selbstwert limitieren und lernen mit Vertrauen und Mut Entscheidungen zu treffen. Zeitgleich schaffen wir es, die Aufregung und Angst, die mit diesen einhergehen, zu akzeptieren und loszulassen.

Professionelle Unterstützung kann also in einem Augenblick der persönlichen und beruflichen Entwicklung der Schlüssel sein, den man verzweifelt jahrelang in sich selbst gesucht hat.

Und sollte man nach einigen Jahren merken, dass der Schlüssel nicht mehr passt, so hat man jeden Tag die Wahl sich neu zu entscheiden. Ob durch Meditation, einen stetigen Perspektivwechsel und/oder einem professionelles Coaching – Sie entscheiden, denn Ihr Leben, können Sie nur selbst leben.

Mein Coaching-Angebot

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Sollten Sie bereits einen Schritt weiter sein und sich professionelle Unterstützung auf Ihrem Weg zum beruflichen oder unternehmerischen Erfolg wünschen, dann kontaktieren Sie mich gerne und wir erarbeiten gemeinsam die nächsten Handlungsstrategien, um Ihre Wünsche in konkrete Ziele zu wandeln.

Nachgefragt:

Kennen Sie den Prozess des kontrafaktischen Denkens und wie gehen Sie damit persönlich um?

Haben Sie schonmal eine der oben genannten Strategien verwendet, um Ihre eigene Gedankenspirale zu umgehen und Ihren eigenen Ängsten und Erwartungen kritisch zu reflektieren?

Haben Sie sich vielleicht schonmal professionelle Unterstützung gesucht, um einen bestimmten Lebens- oder Berufsabschnitt fokussiert anzugehen?

Teilen Sie gerne Ihre Gedanken mit der Community, denn der gemeinsame Austausch ist der erste Schritt, um gemeinsam zu wachsen.

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